Ein neuer Gemeindevorsteher für Glauchau

Am Palmsonntag, dem 9. April 2017, besuchte Apostel Wosnitzka unsere Gemeinde. In diesem Gottesdienst wurde Priester Frank Wienhold zum Gemeindevorsteher beauftragt.

Der Apostel diente nach dem Wort aus Markus 11, Vers 17:

Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: »Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.

Viele Jahre war der Palmsonntag in unserer Kirche auch der Tag der Konfirmation, so dass man an diesem Tag gern an die eigene Konfirmation denkt. Man denkt an die Lehrer, an Brüder und Schwestern, die einem auf dem Glaubensweg zur Seite standen und einen mit ihren Gebeten begleiteten. An diesem Palmsonntag gingen die Gedanken besonders zu unserem Hirten Müller, der auf den Tag genau vor einem halben Jahr seinen letzten Gottesdienst in unserer Gemeinde gehalten hatte. Einen Tag später nahm ihn Gott zu sich.

Apostel Wosnitzka berichtete von seiner Reise nach England, wo er sich gemeinsam mit den anderen Aposteln unserer Gebietskirche in Albury und London den Wurzeln des neuapostolischen Glaubens näherte. So besichtigten sie die Kapelle in Albury, wo gläubige Menschen um die göttliche Wahrheit rangen und besuchten die Gräber der ersten Apostel aus dem 19. Jahrhundert. Dabei wurde auch deutlich, dass die Geschichte der Christenheit und auch der Neuapostolischen Kirche von Spaltungen geprägt ist. Apostel Wosnitzka drückte seine Dankbarkeit darüber aus, dass heute nicht mehr die Exklusivität unseres Glaubens im Mittelpunkt steht, sondern das Miteinander der verschiedenen christlichen Kirchen von Toleranz und gegenseitiger Achtung geprägt ist.

Jesu erste Handlung nach seinem Einzug in Jerusalem war die Reinigung des Tempels. Im Vorhof hatten sich Geldwechsler angesiedelt. Das war zwar notwendig, weil im Tempel nur das „Tempelgeld“ als Opfergeld erlaubt war und dieses im Vorhof erstanden werden konnte. Jedoch war aus dem reinen Tausch eine rege Handelstätigkeit entstanden, die weit über das Notwendige hinausging. Auch war der Tempel den Reichen vorbehalten. Jesus sagte: „Mein Haus soll ein Bethaus sein für alle.“ Das soll auch heute gelten: für die Kirche im Natürlichen und für den Tempel in unserem Herzen. Jeder darf seinen Platz dort finden. Jesus hat alle angenommen, ohne Ausnahme. Er liebt unsere Mitgeschwister so, wie sie sind, auch wenn wir andere Vorstellungen davon haben, wie jeder zu sein hat. Es ist wichtig, sich das im Umgang miteinander immer wieder bewusst zu machen. Der Tempel soll ein Bethaus sein für ALLE!

Ein Kind aus der Gemeinde Zwickau erhielt unter Handauflegung und Gebet des Apostels die Gabe des Heiligen Geistes.

Nach der gemeinsamen Feier des Heiligen Abendmahles entband Apostel Wosnitzka Bezirksevangelist Urban von seiner Aufgabe als kommissarischen Gemeindevorsteher und bedankte sich herzlich für dessen Arbeit. Priester Frank Wienhold wurde zum neuen Vorsteher der Gemeinde beauftragt. Vorbereitend auf diesen Moment sang eine Glaubensschwester den Choral „Alles meinem Gott zu Ehren“. Der Apostel freute sich über die schöne Verbindung zu seinem Englandaufenthalt: Beim Besuch eines Orgelkonzertes in einer Katholisch-apostolischen Kirche in London erklang zu Beginn genau dieses Lied. Priester Wienhold wünschte er Gottes Segen und die nötigen Kräfte für die neue Aufgabe.