Bischof Wittich in Glauchau

Nachdem im Dezember Apostel Wosnitzka das erste Mal in unserer Gemeinde war, hielt nun Bischof Ralph Wittich einen Gottesdienst.

Am Sonntag, dem 17. April, besuchte unser neuer Bischof Wittich die Gemeinde Glauchau. Grundlage des Gottesdienstes war das Bibelwort Matthäus 6, 12:

„Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“

Das uns vorgelesene Wort stammt aus dem „Vaterunser“, so Bischof Wittich. Dieses Gebet lehrte Jesus die Jünger auf ihre Frage, was sie beten sollen. Wir können ja auf zwei verschiedene Weisen beten: allein für uns, in der persönlichen Zwiesprache mit Gott oder öffentlich. Das „Vaterunser“ ist ein öffentliches Gebet. Wir beten es in jedem Gottesdienst vor der Sündenvergebung und dem Heiligen Abendmahl. Es verbindet die Gemeinde, ja alle Christen miteinander.

Im Bibelwort geht es um die Schuld, im Lukas-Evangelium ist von Sünde im „Vaterunser“ die Rede. Die Menschen verharmlosen den Begriff „Sünde“ gern. Da ist von „sündhaft teuren Kleidern“ die Rede oder bei einem reichhaltigen Essen hat man „gesündigt“. Dabei ist Sünde viel mehr, so Bischof Wittich. Sünde ist wie ein Systemfehler. Die Sünde ist in der Welt und jeder ist von ihr befallen, trotz allem Bemühen. Sie ist wie ein Computervirus, der nach und nach alle Dateien und das Betriebssystem befällt und alles durcheinander bringt.

Gott hat dafür einen Ausweg geschaffen. Durch seine Gnade wird der Fehler in Ordnung gebracht. Er kommt uns damit nicht nur entgegen. Seine Gnade macht alles neu, sie ist wie ein neues Betriebssystem für den befallenen Computer. Und sie ist gratis, kostenlos – ein Geschenk. Durch das Opfer Jesu wird das möglich: Wie durch die Sünde des einen Menschen (Adam) der Tod in die Welt gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des einen Menschen (Jesus) die Gnade in die Welt gekommen. (vgl. Röm 5, 18)

Jedoch müssen auch wir unseren Beitrag dazu leisten, dass die Gnade an uns wirksam werden kann:

  • Wir müssen unsere Sündhaftigkeit einsehen, nicht leichtfertig damit umgehen
  • Wir müssen unsere Sünden bekennen.
  • Wir müssen Reue zeigen.

Unser Bibelwort hat auch noch einen zweiten Teil. Da ist an die Vergebung der eigenen Sünden die Vergebungsbereitschaft gegenüber dem Schuldiger gebunden. Nun sind Vergeben und Vergessen zwei verschiedene Dinge. Manche Verletzungen liegen Jahre und Jahrzehnte zurück und belasten immer noch. Wir fühlen uns als Opfer. Manches kann man nicht einfach vergessen. Lassen wir uns nicht zum Opfer machen! Es ist wichtig, dass jeder für sich einen Weg findet – seinen persönlichen Weg zur Versöhnung. Das kann ganz unterschiedlich aussehen und ganz verschieden lange dauern. Aber bitte gehe den ersten Schritt! Und wenn ein Stück des Weges gegangen ist und du zurück schaust, dann ist da schon ein kleines Stück Frieden im Herzen.

Bezirksältester Steinert diente anschließend mit, danach feierte die Gemeinde Heiliges Abendmahl.

Mit Gebet und Segen endete der Gottesdienst. Musikalisch umrahmt wurde die Stunde vom Chor und von der Instrumentalgruppe.

C.L. / A..L.
Fotos: S.M.