Im Licht des Geistes wandeln

Am Mittwochabend hielt der für Sachsen zuständige Bischof Thomas Matthes einen Gottesdienst in unserer Gemeinde.

Der Bischof diente mit dem Bibelwort Jesaja 2,5:

„Kommt nun, ihr vom Hause Jakob, lasst uns wandeln im Licht des Herrn!“

Nach dem Verlesen des Bibelwortes sang der Chor das Lied „Herr, sei mir gnädig“ (CM 135). In diesem Lied wird wiederholt die Bitte „Weise mir, Herr, deinen Weg“ vorgetragen. Darauf ging der Bischof zu Beginn seines Dienens ein. Oft sind wir der Meinung, dass wir unseren Weg genau kennen und keiner Wegweisung bedürfen. Wir wollen uns von niemandem den Weg zeigen lassen. Aber ist unser Weg aus göttlicher Sicht auch immer richtig? Manchmal muss Gott schon einmal eine Korrektur vornehmen. Lassen wir uns dann auch zurechtrücken! Hören wir auf die Impulse aus dem Heiligen Geist, dann erkennen wir, wo eine Kurskorrektur nötig ist.

Danach ging der Bischof auf das vorgelesene Bibelwort ein. Er erinnerte an das Pfingstfest 2011, wo unser Stammapostel zum „Wandeln im Licht des Heiligen Geistes“ aufgefordert hatte. Wir sollen in den Lichtkegel des Heiligen Geistes treten, dort wird alles offenbar. Dabei können aber auch Dinge sichtbar werden, die uns unangenehm sind. Vielleicht haben wir noch die eine oder andere Schwäche, die wir schon lange versuchen unter die Füße zu bringen. Oder ist sie uns lieb geworden, und eigentlich wollen wir sie gar nicht ablegen? Dann möchte man doch lieber im Schatten bleiben oder sich in seine gemütliche dunkle Ecke zurückziehen. „Lasst uns in den Lichtkegel treten, damit wir uns erkennen und ändern können!“, forderte der Bischof uns auf.

Was wird im Licht alles offenbar?

  • Unser Glaube: Der Bischof führte als Beispiel den Jünger Thomas an. Dieser glaubte zunächst nicht an die Auferstehung Jesu. Als Beweis wollte er die Finger in die Nägelmale des Herrn legen. Da trat Jesus in den Kreis der Jünger und vor Thomas und dieser sah ihn an und sagte: „Mein Herr und mein Gott“. Aller Zweifel war weg und er glaubte, weil er im Licht des Herrn stand. Auch wir wollen in das Licht des Herrn treten, dann ist es leicht zu glauben.
  • Halbheiten: Dazu führte Bischof Matthes als Beispiel einen Schüler an, der für sich entschieden hat, dass die Zensur 3 ausreichend ist. Besser ist es, eine 1 anzustreben, dann wird man sich auf alle Fälle mehr anstrengen. Es wird im Licht sichtbar, ob wir uns mit Halbheiten zufrieden geben. Wir wollen unsere ganze Kraft für den Herrn einsetzen.
  • Vorurteile: Hier nannte der Bischof als Beispiel das Erleben des Petrus, als dieser im Traum das vierzipfelige Tuch mit allerlei Getier sah. Der Herr forderte ihn dazu auf, von allem zu essen. Das lehnte Petrus mit Blick auf die jüdischen Gesetze ab. Darauf erhielt er von Gott eine klare Antwort: „Was Gott rein gemacht hat, das nenne du nicht verboten.“ Am nächsten Morgen schickte der Hauptmann Kornelius nach Petrus und lud ihn in sein Haus ein. Ohne den vorherigen Traum wäre Petrus dieser Aufforderung nicht nachgekommen, sollten doch Juden keine Gemeinschaft mit Heiden haben. So aber sah er das Geschehen im Licht des Herrn und konnte Segen wirken. Auch heute wird viel verändert, mit Traditionen gebrochen – auch in unserer Kirche. Wir wollen das im Licht des Heiligen Geistes sehen und diese Impulse ohne Vorurteile annehmen. So kann sich das Leben auch in der Gemeinde segensreich entwickeln.
  • Unser Einsatz für den Herrn: Dazu zitierte unser Bischof einen Satz des Stammapostels Wilhelm Leber aus dem Ämtergottesdienst 2010 in Leipzig: „Wir wollen nicht wesentlich mehr tun, sondern mehr Wesentliches“. In der heutigen Zeit ist es für viele nicht möglich, mehr Zeit für das Werk Gottes aufzubringen. Aber wir können uns darauf konzentrieren, dass wir diese Zeit für die wichtigen Dinge nutzen.

Im Anschluss bat Bischof Matthes unseren Bezirksältesten Steinert um eine Zugabe. Dieser ging darauf ein, dass im Bibelwort die Aufforderung, ins Licht zu treten, an das Haus Jakob gerichtet war. Dazu erzählte er, dass die Geschichte der Glaubensväter aus dem Alten Testament ihn schon als Kind fasziniert habe. Besonders beeindruckte ihn, wie Abraham, Isaak und Jakob durch ihren starken Glauben den Segen Gottes immer wieder auf sich gezogen haben. Jakob hat in seiner Begegnung mit Gott regelrecht um den Segen gerungen, was in seiner Aussage „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn“ deutlich wird. Auch in unserem Alltag ist es heute möglich, sich mit Gott zu beschäftigen. Uns steht wertvolle Literatur, wie zum Beispiel die Zeitschrift der Neuapostolischen Kirche „Unsere Familie“ und natürlich die Bibel zur Verfügung. Aber das alles kann einen Gottesdienst nicht ersetzen. Dort treten wir ins Licht des Herrn und empfangen Segen und Glaubensstärkung.

Danach wurde der Glauchauer Gemeindevorsteher, Hirte Müller, an den Altar gerufen. Auch er ging auf das Thema Licht ein. Dazu berichtete er aus seinem Berufsleben. Um Produkte beurteilen zu können, werden sie mit verschiedenfarbigem Licht beleuchtet. Wenn es aber ganz genau darauf ankommt, geht man auch mal hinaus ins Tageslicht. Dort wird alles ganz unverfälscht und deutlich sichtbar. Das Licht des Herrn ist wie das Tageslicht. Es zeigt die Dinge, wie sie wirklich sind.

Der Teufel nutzt heute gern „Irrlichter“. Sie zeigen die Dinge im falschen Licht oder gaukeln uns gar falsche Tatsachen vor. Im Licht des Herrn erkennen wir die Wahrheit.

Dann erzählte der Hirte noch von einem Erleben. Vor einigen Jahren durften er und seine Frau an einem Jugendtag in Hannover teilnehmen. Der Gottesdienst fand in einer Halle statt. Zu Beginn wurden alle Lichter gelöscht und dann wurde ein Scheinwerfer angeschaltet, in dessen Lichtkegel unser Bezirksapostel stand. Außer ihm war nichts zu sehen. Dazu stellte der Vorsteher die Frage, worauf wir unser Glaubenslicht richten. Man kann sich mit vielen Dingen in heutiger Zeit beschäftigen. Wir wollen uns ganz nach Jesus ausrichten, unseren Fokus nur auf ihn richten. Dann steht er im Mittelpunkt unseres Lebens.

Nun trat unser Bischof wieder an den Altar und leitete zum Heiligen Abendmahl über. Nach der Feier des Abendmahls bestätigte er das Amt eines Diakons, welcher erst vor kurzer Zeit in die Gemeinde gewechselt war. Er ist jetzt in unserer Gemeinde zusammen mit zwei weiteren Diakonen tätig. Dann beendete er den Gottesdienst mit Gebet und Segen.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Flötengruppe und dem Chor umrahmt.

A.L.