"Ein deutsches Requiem" am Volkstrauertag

Am Volkstrauertag, dem 19. November 2017, brachten der Zentralchor und das Orchester der Neuapostolischen Kirche Sachsen/Thüringen „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms im Zwickauer Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“ zum Vortrag.

„Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Mit diesen bekannten Worten des Matthäusevangeliums umrissen die ca. 80 Sänger und 50 Instrumentalisten gleich zu Beginn die zentrale Botschaft des chorsinfonischen Meisterstückes. Das Besondere dieses Requiems liegt im Moment der Hoffnung, die sich in diesem knappen Vers bereits den Weg bahnt. Nicht die Trauer und der Schmerz über eine Trennung, sondern der Trost und die Hoffnung für die Hinterbliebenen stehen bei dem Werk im Fokus.

Großartig intonierten die Sänger und Spieler das Vorgetragene. Den Wechsel von leisen Passagen zu solchen, die Kraft und Zuversicht ausdrücken, konnte selbst der Laie ohne Mühe wahrnehmen. Großartig auch die Solisten Ruth Ullmann und Alexander Emanuel Schmidt, von denen die Sopranistin erst einen Tag zuvor aufgrund eines krankheitsbedingten Ausfalls eingesprungen war. Der Dirigent Jürgen Gerisch verstand es, die Musizierenden in eine harmonische Einheit zu führen, ohne dass die Ausdrucksstärke des Werkes verlorenging.

Bereits einen Tag zuvor hatten die Musiker das „Deutsche Requiem“ in Arnstadt vorgetragen. Die imposante Kulisse der Bachkirche Arnstadt bildete einen würdigen Rahmen für diese Musik. Bevor die ersten Töne des Chores erklangen, erschall als Einstimmung auf der romantischen Steinmeyer-Orgel die „Sonate Nr. 19 g-moll“ des Brahms-Zeitgenossen Joseph G. Rheinberger.

Der Text des Brahms-Requiems ist verschiedenen Büchern der Bibel entnommen und endet mit Worten aus der Offenbarung des Apostels Johannes: „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.“ (Offenbarung 14, 13).

In den letzten Versen des Requiems ist alle Verzagtheit versiegt. Mut, Glaubenszuversicht und Hoffnung haben die Führung übernommen.

Christen glauben an ewiges Leben bei Gott. In seinem ersten Brief an die Korinther schreibt Apostel Paulus: „Siehe, ich sage Euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und dasselbige plötzlich in einem Augenblick, zu der Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune schallen und die Toten werden auferstehen unverweslich; und wir werden verwandelt werden. Dann wird erfüllet werden das Wort, das geschrieben steht. Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?“ (1. Korinther 15, 51.52.54.55)

Auch diese Worte vertonte Brahms in seinem Requiem. Den Mitwirkenden nahm man das Gesungene ab. Alles wirkte authentisch und machte den Abend zu einem besonderen, glaubensstärkenden Ereignis.